Aufgeschichtete Kieferbaumstämme am Wegesrand.

Kategorie der Innovativen Produkte

 

Willkommen bei unseren Siegerideen der Kategorie "Innovative Produkte".

 

"RhönWollets", Biohof Schlembach, Rhön

Eine Familie mit Tradition - Der Biohof Schlembach

Schon in der dritten Generation wird der Biohof von Familie Schlembach betrieben. Der vielseitig ausgerichtete Mischbetrieb zeichnet sich durch ökologischen Landbau mit Naturland Zertifizierung aus. Schwerpunkte der Bewirtschaftung sind Ackerbau, Viehhaltung (1000 Legehennen, 200 Hähnchen & 30 Schafe) sowie Direktvermarktung. Im eigenen Hofladen und im Selbstbedienungsstand "Schäferstübchen" findet sich eine Auswahl an Bio-Produkten, welche vom Hof selber und von kooperierenden Biolandwirt*innen aus der Region stammen.

Mit ihren 30 Schafen bewirtschaftet Familie Schlembach 50ha Offenland im UNESCO Biosphärenreservat Rhön auf 300-900 m üNN. Damit trägt sie zur Landschaftspflege und zum Erhalt der Rhöner Kulturlandschaft bei.

Die Idee - Eine Lösung für Schafwolle

Schafe sind charakteristisch für die Region der Rhön. Durch die Beweidung kann die Kulturlandschaft offengehalten und damit der hohe Grad der Artenvielfalt im Biosphärenreservat Rhön gesichert werden.

Leider ist die Schafshaltung kaum noch wirtschaftlich, v.a. seit Kunstfasern der ursprünglichen Nutzung der Schafswolle Konkurrenz gemacht haben. Die ca. 3 kg gewonnene Schafswolle pro Schaf, muss oft als Abfallprodukt entsorgt werden.

Dem stellt sich das Projekt "RhönWollets" entgegen und führt dem Naturprodukt Rohwolle wieder einen Wert zu. Die Schafwolle wird zu Düngepelltes veredelt! Die anfallende Wolle von Schäfereien aus der Rhön wird zentral gesammelt und an die Firma Nature Power Pellets geliefert. Dort wird die Wolle hygienisiert und anschließend in Düngepellets gepresst.

Schafwolle ist reich an Nährstoffen und eignet sich deshalb sehr gut zur Langzeit-Düngung. Die Nährstoffe werden langsam und schonend an die Erde und damit an die Wurzeln der Pflanzen abgegeben. Die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen beträgt rund 10 Monate. So sind sie mit nur ein- bis zweimal Düngen pro Saison optimal versorgt. Zusätzlich dienen die Pellets als natürlicher Wasserspeicher, wodurch die Pflanzen auch in Trockenphasen sehr gut versorgt sind. Zusätzlich kann beim gießen Wasser gespart werden. Der Dünger eignet sich für Blütensträucher, Stauden, Gemüse und Kohlarten, aber auch für Beeren und anderes Obst.

Bisher sind 10 Betriebe am Projekt beteiligt, einer davon Familie Schlembach. Die Vermarktung erfolgt durch die Schäferbetriebe selbst mit Unterstützung der Dachmarke Rhön und des Vereins Natur und Lebensraum Rhön.

Für die Wollpellets wurde von Anfang an ein realer Marktpreis erzielt und das Produkt kann sich ohne anderweitige finanzielle Unterstützung weiter auf dem Markt behaupten. Das Verfahren lässt sich auf andere Mittelgebirgsregionen übertragen.

„Terra Preta“, Pfefferhof, Bayerischer Wald

Ein Betrieb weit oben im Mittelgebirge - Der Pfefferhof

Schon seit 1502 ist der Pfefferhof im Bayrischen Wald im Familienbesitz. Der dazugehörige Forst von mehr als 160 ha erstreckt sich auf einer Höhe von 630 - 1000 m üNN. Schon immer wurde der Hof ökologisch Betrieben und Familie Pfeffer legt besonders Wert auf eine naturnahe Bewirtschaftung des Waldes im Rahmen von Plenterwaldwirtschaft, mit PEFC-Zertifizierung. 17 ha des Waldes sind als Auerhahnschutzgebiet ausgewiesen.

Die Grünflächen des Hofs von gut 25 ha werden durch Mahd und die Beweidung mit Mutterkühen und ihren Kälbern offengehalten. Pensionsrinder ergänzen den Bestand im Sommer.

Die Idee - Neues Leben für totes Käferholz, Schwarze Erde "Terra Preta"

Auch der naturnahe Wald von Familie Pfeffer ist nicht vor dem Befall durch Borkenkäfer geschützt, so dass regelmäßig Schadholz anfällt. Dieses wird auf dem Holzmarkt mit bis zu 20% weniger Erlös vergütet.
Familie Pfeffer stellt sich diesem Wertverlust entgegen:

Das Totholz wird in einer dezentralen Verkohlungs-Kleinanlage auf dem Hof zu Holzkohle veredelt. Familie Pfeffer hat sie zusammen mit Partnern als "Forschungs- und Entwicklungsanlage" errichtet. Für die Herstellung der Erde wird ausschließlich Schadholz aus der unmittelbaren Umgebung des eigenen Waldes verwendet. Die Transportwege betragen maximal 4 Kilometer. Dabei wird streng darauf geachtet, dass immer ausreichend Totholz im Wald verbleibt, um Humus aufzubauen.

Durch den Verkohlungsprozess entstehen erkennbare schwammartiger Strukturen am Holz, die ein gutes Wasserhaltevermögen und eine Belüftung des Bodens gewährleistet. In einem zweiten Schritt wird die Erde vor der ersten Anwendung mit verschiedenen Nährstoffen angereichert, bzw. „aufgeladen“, da sie sonst durch ihre "magnetische" Anziehungskraft Nährstoffe aus der Umgebung ziehen würde. Der Produktname „Terra Preta“ (portugiesisch für „schwarze Erde“), den die Familie Pfeffer ihrer Pflanzenkohle gegeben hat, bezeichnet ursprünglich eine im Amazonasbecken in Südamerika von Menschen hergestellte fruchtbare Erde. Das Angebot wird durch andere Garten- und Nutzobjekte ergänzt. So bietet die Familie Pfeffer zur Erde auch passende "Hochertragsbeete" für ihre Kunden zum Verkauf - Hochbeet aus Palette mit Rahmen inklusive Füllung mit Restholz/Hackschnitzel.

„Heustränge als Baustoff“, „Heu-Heinrich“, Thüringer Wald

Der Betrieb

Der Landschaftspflegebetrieb von H. Meusel liegt auf einer Höhe von 780-830 m im Naturpark Thüringer Wald. Die 107 ha Grünland, davon viele Steilflächen, werden im ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der Betrieb ist in der Landschaftspflege sowie als Forstdienstleister tätig. Die Biotoppflegemaßnahmen reichen von der Renaturierung von Feucht- und Quellbächen über Moor-Renaturierungen bis hin zu Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Offenland. In den hängigen Mittelgebirgslagen sind auch Erosionsschutzmaßnahmen wichtig. So führt er als Dienstleister Hangbegrünung mit Heusträngen z.B. an Autobahnböschungen oder Skihängen oder Wiederbegrünung durch Heublumen-Ansaat und Heustränge durch.

Ein Hauptaugenmerk des Landwirts und Unternehmers liegt auch in der Produktion und Vermarktung von Heuprodukten des „Heu-Heinrich“: Kräuterheu von artenreichen Bergwiesen, Sonderverpackungen von Streu, Heu und Einstreu für Kleintiere und seit Neuestem - gebietseigene Heustränge als Baustoff.

Die Idee - Heustränge als Baustoff

Die ausgezeichnete Idee des Heu-Heinrichs befasst sich mit der Verwendung des gebietsheimischem Materials Heu als natürlichen Baustoff. 

Im Forschungsprojekt der AiF-ZIM „Ingenieurbiologische Bauweise unter Verwendung regional verfügbarer nachwachsender Rohstoffe und deren Herstellungstechnologien“ wird aktuell die maschinelle Herstellung von Heu-Strängen nach dem KEMAFIL®-Verfahren erprobt. Die Herstellung soll als Containerlösung mobil einsetzbar sein und mit Hilfe einer neuen Verlege-Technologie im Gelände angewendet werden. Ein fester Produktionsstandort ist somit nicht nötig - die Produktion erfolgt vor Ort.

Hierfür arbeitet Meusel mit verschiedenen Unternehmen im Bereich der Textilforschung „Geotextilien“, einer Firma zur Konstruktion von Sondermaschinen und mit anderen ortsansässigen Landwirten zusammen.

Für die produzierten Heustränge sind vielseitige Einsatzbereiche möglich, u.a. als Erosionsschutz, zur Wasserspeicherung, Renaturierung von Bergbaugebieten oder zur Begrünung von Böschungen.
Das heimische Material Heu wirkt zudem der Veränderung von Floren entgegen und die Vermehrung von gebietstypischem Saatgut in der jeweiligen Region wird gefördert.

Ein weiterer Vorteil: Das zu verarbeitende Heu muss dabei nicht die beste Qualität haben; auch überständiges und zu feuchtes Heu kann genutzt werden.

 

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