Aufgeschichtete Kieferbaumstämme am Wegesrand.

Was ist Bioökonomie?

Bioökonomie bezeichnet eine Wirtschaftsweise, die auf nachwachsenden Rohstoffen basiert und ohne fossile Ressourcen auskommt.

In der Definition der Bundesregierung umfasst die Bioökonomie die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen.

Quelle: Die Bundesregierung (2020): Nationale Bioökonomiestrategie

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege beschäftigt sich bereits seit seiner Gründung mit Bioökonomie. Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, bei der die natürlichen Ressourcen geschont werden, bilden die Grundlage für eine biobasierte Wirtschaft, die unabhängig von fossilen Brennstoffen ist.

Der DVL und die Bioökonomie

Im nachfolgenden haben wir einige Auszüge aus der Arbeit des DVL zusammengestellt, die sich speziell mit dem Anbau von Biomasse und der Erzeugung von Bioenergie beschäftigen. 

Praxisratgeber "Energie aus Wildpflanzen"

Praxisempfehlungen für den Anbau von Wildpflanzen zur Biomassenproduktion

Farbige Broschüre 28 Seiten, (2017)

Die nachfolgenden Anbauempfehlungen resultieren aus den praktischen und wissenschaftlichen Erfahrungen der Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur. Die Anbauempfehlungen sollen die Verbreitung der Anbausysteme aus Wildpflanzen fördern und damit zu ihrer Weiterentwicklung beitragen.

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Vom Landschaftspflegematerial zum Biogas - ein Beratungsordner

Heft/Ordner 22 der DVL-Schriftenreihe "Landschaft als Lebensraum"

Ringordner mit 9 Kapiteln, 100 Seiten, Ansbach (2014)

Auf rund 100 Seiten erfahren Sie, welches Landschaftspflegematerial für die Biogasanlage geeignet ist, was Sie im Gespräch mit dem Anlagenbetreiber beachten sollten, wie hoch die Biogaserträge des Landschaftspflegematerials sind und welche rechtlichen Rahmenbedingungen es zu beachten gilt. Zu den 20 häufigsten Biotoptypen wurden Porträts erarbeitet, in denen Sie gezielt nach deren Eignung für die Vergärung nachschlagen können. Auch das Thema „Ist Landschaftspflegematerial Bioabfall?“ wurde umfangreich aufgearbeitet.

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Vom Landschaftspflegematerial zum Biogas

Vergärung von Landschaftspflegematerial - Energiegehalte, Tücken und Wirtschaftlichkeit

Farbige Broschüre 20 Seiten, Ansbach (2012)

Lutz Landschaftspfleger und Bauer Emil Energisch erläutern gesetzliche Vorgaben, ermitteln Energiegehalte des Landschaftspflegematerials und beschäftigen sich mit der Vergärbarkeit des "wilden Grünzeugs". Fachlich fundiert - lesenswert aufbereitet.

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Best Practice

Erfolgsmodelle energetischer Nutzung von Biomasse aus der Landschaftspflege

Farbige Broschüre 20 Seiten, Ansbach (2008)

Der boomende Anbau nachwachsender Rohstoffe steht in Europa mit der traditionellen Kulturlandschaft und dem Nahrungsmittelanbau der Landwirtschaft in zunehmender Flächenkonkurrenz. Eine zukunftsweisende Option dieses Dilemma zu umgehen bietet die energetische Nutzung von Landschaftspflegematerial, die Natur- und Klimaschutzziele in einzigartiger Weise verbindet.

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Bioenergie? - Aber natürlich!

Nachwachsende Rohstoffe aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes

Heft 12 der DVL-Schriftenreihe "Landschaft als Lebensraum"

Farbige Broschüre 52 Seiten, Ansbach (2007)

Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen als Energiequelle stellt eine Alternative zu fossilen Energieträgern dar und hat sich zu einem beachtlichen Wirtschaftszweig im ländlichen Raum entwickelt. Für die landwirtschaftlichen Betriebe sind dadurch neue Wertschöpfungsmöglichkeiten entstanden. Für den Umwelt- und Naturschutz bietet die Produktion unter bestimmten Bedingungen Chancen, sie birgt jedoch auch erhebliche Risiken.

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Auf welchen Rohstoffen basiert die Bioökonomie?

Bioökonomie basiert auf nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Abfall- und Restsotffen, z.B.

 

Nachwachsende Rohstoffe

  • Energiepflanzen
    •   Mais
    •   Getreide
    •   Raps
    •   Durchwachsene Silphie
    •   Miscanthus
    •   Wildpflanzenmischung
    •   Andere Fruchtarten
  • Holz
    •   Waldholz
    •   Energieholz (inkl. schnellwachsende Baumarten)
  • Grünland
  • Wildwachsende Pflanzen

Biogene Reststoffe und Abfallstoffe

  • Alt- und Gebrauchtholz
  • Ernteabfälle
  • Stroh, Kraut
  • Marktabfälle, verdorbenes Obst und Gemüse aus Lebensmitteleinzelhandel
  • Abfälle der Verarbeitungsindustrie (z.B. Ausputz von Getreidemühlen, Abfälle von Schlachtereien)
  • Speisereste
  • Gülle / Festmist
  • Klärschlamm
  • Kommunaler Grünschnitt / Landschaftspflegematerial
  • ...

Entwicklung und Ziele der Bioökonomie in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung veröffentlichte 2010 erstmals die „Nationale Forschungsstrategie 2030 Bioökonomie“. Im Fokus stehen die fünf Handlungsfelder: Weltweite Ernährung sichern, Agrarproduktion nachhaltig gestalten, Nachwachsende Rohstoffe industriell nutzen, Energieträger auf Basis von Biomasse ausbauen und Produktion gesunder Lebensmittel.

2013 folgte die „Nationale Politikstrategie Bioökonomie“. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Politikfelder die Industrie- und Energiepolitik, die Agrar-, Forst- und Fischereipolitik, die Klima- und Umweltpolitik sowie die Forschungs- und Entwicklungspolitik zu Verbinden. Damit wurde ein gemeinsamer Rahmen geschaffen, um die Bioökonomiepolitik in Deutschland voranzubringen.

Aus den oben genannten Strategien entwickelte sich 2020 die „Nationale Bioökonomiestrategie“. Diese umfasst die durch die Bundesregierung festgelegten Leitlinien und Ziele zur Bioökonomiepolitik und zeigt Maßnahmen zu ihrer Umsetzung auf. Die Leitlinien umfassen zwei Schwerpunkte:

Leitlinie 1: Mit biologischem Wissen und verantwortungsvollen Innovationen zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Entwicklung

Leitlinie 2: Mit biogenen Rohstoffen zu einer nachhaltigen, kreislauforientierten Wirtschaft

Daraus ergeben sich sechs Handlungsfelder, die auch der DVL-Ideenwettbewerb adressiert:  

  1. Minderung des Flächendrucks
  2. Nachhaltige Erzeugung und Bereitstellung biogener Rohstoffe
  3. Aufbau und Weiterentwicklung bioökonomischer Wertschöpfungsketten und -netze
  4. Markteinführung und Etablierung biobasierter Produkte, Verfahren und Dienstleistungen
  5. Nutzung des Bioökonomie-Potenzials für die Entwicklung ländlicher Räume
  6. Nutzung der Digitalisierung für die Bioökonomie

Quellen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2010). Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030. Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2013): Nachwachsende Ressourcen und biotechnologische Verfahren als Basis für Ernährung, Industrie und Energie.

Die Bundesregierung (2020): Nationale Bioökonomiestrategie

Weiterführende Informationen zur Bioökonomie

Weiterführende Informationen zur Bioökonomie

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Nationale Bioökonomiestrategie

 

Bundeminsisterium für Ernährung und Landwirtschaft

Bioökonomie und nachwachsende Rohstoffe

 

Bioökonomie - Die Informationsplattform

Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Bioökonomie

 

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Nachwachsende Rohstoffe

 

Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)
Bereich Biomasse und Kulturlandschaftsentwicklung

Hochschule Trier / Umwelt-Campus Birkenfeld

Ländliche Bioökonomie

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