Die 10 Ziele des Ideenwettbewerbes Modellbetriebe Bioökonomie in den Mittelgebirgen Deutschlands

Neben der Identifikation von Modellbetrieben verfolgt der DVL mit dem Wettbewerb weitere Ziele.

Grundlage der Idee, den Wettbewerb auszurichten, war die im Jahr 2018  von DVL und Partnern entwickelte „Mittelgebirgsstrategie 2030“, in der sich viele der unten beschriebenen Ziele wiederfinden.

Besonders aufgegriffen werden folgende Handlungsfelder der Strategie:

  • Potenziale erneuerbarer Energien nutzen
  • Effektive Vermarktung der Mittelgebirgsprodukte
  • Forschung, Vernetzung und Wissenstransfer
  • Diversifizierung und neue Produkte der Land- und Forstwirtschaft
  • Vielfältiges Dauergrünland erhalten und verwerten
  • Nachhaltiger Umbau des Waldes

Ziel 1: Auszeichnungswürdige „Modellbetriebe Bioökonomie“ in Mittelgebirgen identifizieren

Der DVL möchte mit dem Ideenwettbewerb „Modellbetriebe Bioökonomie“ Betriebe identifizieren, welche neue Ideen und Projekte zur Herstellung sowie energetischer und stofflicher Verwertung von Biomasse mitbringen. Ziel ist es, ihr Wissen und ihre Kompetenz für andere Betriebe und Regionen nutzbar zu machen und langfristig die Wirtschaftlichkeit der Produkte und Verfahren zu erhöhen.

Ziel 2: Neue Perspektiven für Betriebe in Mittelgebirgen schaffen

Mittelgebirgsregionen sind für die Landwirtschaft vielfach Ungunstlagen. Das ist mit einem erhöhten Bewirtschaftungsaufwand und geringeren Erträgen verbunden. Diese Rahmenbedingungen stellen die Betriebe vor die Herausforderung, ihre betriebswirtschaftlichen Konzepte durch Diversifizierung und Spezialisierung anzupassen. Die Sammlung von „Modellbetrieben Bioökonomie“ hat somit Vorbildcharakter und zeigt jungen Land- und Forstwirt*innen neue Ideen aufzeigen um sie dazu zu inspirieren, die Hofnachfolge anzutreten.

Ziel 3: Neue Produkte und Verfahren optimieren

Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 €
bieten den prämierten Betrieben die Möglichkeit, in die Verbesserung und Vermarktung ihrer Produkte und Anbau- sowie Verarbeitungsverfahren zu investieren. Weiterhin werden im Rahmen eines Fachkolloquiums im Jahr 2022 die Ideen vor einem Fachpublikum präsentiert und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Optimierung diskutiert.

Ziel 4: Wissen auf andere Mittelgebirgsregionen übertragen

Das Wissen der Modellbetriebe zur stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse und biogenen Reststoffen soll auch für andere Betriebe nutzbar gemacht werden! Hierzu werden die relevanten Informationen für andere Landwirt*innen in Form einer Broschüre aufbereitet. Interessierte Land- und Forstwirt*innen können die Übertragbarkeit auf ihre eigenen Betriebe und mögliche Kooperationen mit den prämierten Betrieben auf ihren Höfen bei zweitägigen Betriebsbesichtigungen diskutieren.
Die prämierten Betriebe können sich ein zusätzliches Standbein als Schulungsbetriebe aufbauen.
Die neuen Spezialisierungen der Betriebe sollen langfristig ihren Weg in breitenwirksame Aus- und Fortbildungsprogramme schaffen.

Ziel 5: Einzigartige Kulturlandschaft erhalten

Mittelgebirgsregionen zählen mit ihren Wäldern, Tälern, Bergwiesen und Flüssen zu den wertvollsten Kulturlandschaften Europas. Die charakeristische Verteilung von Wäldern und offenem Land ist primär das Ergebnis land- und forstwirtschaftlicher Nutzung wie Wiesenmahd, Ackerbau, Weidewirtschaft und Waldbau. Durch einen Erhalt der Betriebe wird Sukzession auf unrentablen Standorten verhindert und somit die einzigartigen Kulturlandschaften auch für zukünftige Generationen erhalten und weiterentwickelt.

Ziel 6: Das Potenzial der Bioökonomie in Mittelgebirgsregionen erschließen

Die Mittelgebirgsregionen verfügen über den größten Waldanteil Deutschlands und zeichnen sich durch eine hohe Zahl an wirtschaftenden Grünlandbetrieben aus. Es besteht folglich ein großes Potenzial nachwachsender Rohstoffe und biogener Reststoffer – die Ausgangsmaterialien für die rohölfreie, biobasierte Wirtschaft der Zukunft! Somit besitzen die Mittelgebirgsregionen die besten Voraussetzungen, um mit einem Beitrag zur nationalen Bioökonomiestrategie, neue Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Ziel 7: Mittelgebirgsregionen wirtschaftlich stärken

Das hohe Potenzial des natürlichen Biomassevorkommens in den Mittelgebirgen bietet die Möglichkeit der lokalen Verarbeitung und Verwertung. Der Ausbau des Wirtschaftszweiges Bioökonomie trägt zur Schaffung von Einkommen und Arbeitsplätzen und zur Steigerung der Wertschöpfung vor Ort bei. Die Aufrechterhaltung der Bewirtschaftung durch land- und forstwissenschaftliche Betriebe sichert den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft. Diese bildet die Grundlage für einen nachhaltigen Tourismus und bietet einen attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum für die einheimische Bevölkerung.

Ziel 8: Biodiversitäts-, Umwelt- und Klimaschutz leisten

Das Vorkommen vieler Fauna-Flora-Habitate- und Vogelschutzgebiete in den Mittelgebirgsregionen zeigt ihre hohe naturschutzfachliche Relevanz. Auch viele wichtige Biotoptypen wie Bergwiesen, Halbtrocken- und Borstgrasrasen, Heiden, Moore, naturnahe Fließgewässer und Wälder kommen hier vor. Durch die Förderung einer nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, welche die natürlichen Ressourcen Biodiversität, Boden, Wasser und Luft schützt, sollen diese erhalten und weiterentwickelt werden.
Im Hinblick auf den Klimawandel spielt der zukunftsfähige Umbau des Waldes eine entscheidende Rolle. Vielfältige Mischwälder sind nicht nur ein wichtiger Lebensraum, sondern können als Kohlenstoffspeicher und Lieferanten von nachhaltiger Energieträger und von Nutzholz dem Klimawandel entgegenwirken.

Ziel 9: Umweltbildung für breite Öffentlichkeit

Der Wettbewerb möchte die breite Öffentlichkeit für die Herausforderungen der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung in den Mittelgebirgen sensibilisieren und aufzeigen, welche Leistungen sie nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für den Schutz von Biodiversität, Umwelt und Klima leisten.
Weiterhin soll das Potenzial der Mittelgebirgsregionen für den Ausbau der Bioökonomie in Deutschland aufgezeigt werden. Möglichkeiten zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit bieten die Wettbewerbshomepage, Veranstaltungen sowie Informationsbroschüren des DVL, von Partnern und Betrieben.

Ziel 10: Mittelgebirgsnetzwerk ausbauen

Wir wollen Akteure in den Mittelgebirgsregionen miteinander in Kontakt bringen und so das „Netzwerk Mittelgebirge“ wachsen lassen. In dem Netzwerk sollen langfristig alle 44 Mittelgebirgsregionen Deutschlands vertreten sein. Dabei ermöglichen wir, dass Schlüsselpersonen aus Praxis, Wissenschaft, Verbänden und Politik sich kennen lernen und miteinander ins Gespräch kommen.
Ziel ist es, einen regelmäßigen Austausch zwischen den Mittelgebirgsregionen über Leuchtturmprojekte und erfolgreiche Entwicklungskonzepte sicherzustellen und die Themen der Regionen an Öffentlichkeit und Politik zu tragen.

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